Stellenbörse für PDF-Anzeigen gibt es nicht? Doch!

In meinem Fundstück Mitarbeiter/in gesucht – mit dreifachem Medienbruch habe ich es angekündigt: Ich habe einen zweite Entdeckung für Stellenanzeigen in PDF.

Wer nicht glaubt, dass es ganze Jobbörsen gibt, die ausschließlich PDF-Anzeigen schalten, der soll weiter lesen. Denn es gibt sie tatsächlich!

Bayerische Staatszeitung- Stellenbörse für Jobs im öffentlichen Dienst

Wer einen Job im öffentlichen Dienst in Bayern sucht, der kommt am Stellenmarkt der Bayerischen Staatszeitung nicht vorbei. Immer noch schalten Behörden aus dem Freistaat dort ihre Jobs. Vor allem in der Print-Ausgabe.

Wie ich hier schon geschrieben habe, hat sich der Anzeigenmarkt und das Suchverhalten der Bewerber dramatisch geändert. Logisch also, dass die Bayerische Staatszeitung die ausgeschriebenen Stellen auch online anbietet.

Insoweit mach die Bayerische Staatszeitung alles richtig: Sie ist eine Spezialbörse für den öffentlichen Dienst in Bayern.

Stellenbörse der Bayerischen Staatszeitung
Stellenbörse der Bayerischen Staatszeitung

Eine Zeitreise in die Anfänge des Internets

Jetzt könnte die Geschichte ein Happy End haben. Hat sie aber nicht. Denn die knapp 200  Stellenanzeigen werden ausschließlich im PDF-Format veröffentlicht.

Ja, richtig gelesen. Die Behörde erstellt eine Stellenanzeige als PDF, um dieses für den Abdruck in der Print-Abgabe an den Verlag zu schicken. Die Bayerische Staatszeitung nimmt dieses PDF und stellt es 1:1 online.

Damit wird sämtliches Suchverhalten der Bewerber ignoriert:

  • Über die Hälfte der potentiellen Bewerber sucht mit Google nach Jobs. Google rankt PDFs aber gnadenlos nach hinten. Fazit: Nirgends kann man Stellenanzeigen besser verstecken, als ab Seite 3 bei Google!
  • Ein Blick auf die URL der Anzeigen zeigt, dass weder „Stellenanzeige“ noch Stellentitel auftauchen. Das mögen Suchmaschinen gar nicht. Fazit: Stellenanzeige gut versteckt!
  • Über die Hälfte der potentiellen Bewerber sucht mobil mit dem Smartphone nach Jobs. Wie viel Spaß macht es wohl, die Anzeigen mit dem Smartphone als PDF zu öffnen? Gar keinen! Denn jede Anzeige wird erst heruntergeladen. Um sie dann in „Mäusekino-Manier“ zu lesen. Fazit:  Besser kann man seine Zielgruppe kaum verjagen!
Mobile Jobsuche, Quelle: meinestadt.de, 2017
Mobile Jobsuche, Quelle: meinestadt.de, 2017

#Neuland

Warum also schaltet die Bayerische Staatszeitung PDF-Anzeigen? Nun ja, die Frage habe ich auch gestellt. Mein/e Gesprächspartner/in macht eine klare Aussage: Er/sie würde ja sehr gerne die Stellenanzeigen als Webseite veröffentlichen. Und hat das auch mehrfach vorgeschlagen. Aber passiert ist nichts.

Fassungslosigkeit macht sich breit.

Ich hoffe nur, dass diese Einstellung nicht ein Symptom für das Innovationsmanagement und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Bayern ist. An dieser Stelle der Tipp:

Anmelden!

… zum halbtägigen Kongress für den öffentlichen Dienst zum Thema Personalgewinnung und Marketing auf der Talent PRO am 22. März in München …

Talent Pro Deep Dive Public Sector

… und zum Bar Camp #MucGov17 am 05. Mai zur Digitalisierung des öffentlichen Dienstes.

Bar Camp #MucGo18

Bei über 200 offenen Stellen macht das ja auch kein gutes Bild für Bayern in Zeiten des Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst. Wieder ein Argument für meine These: Der Fachkräftemangel ist hausgemacht.

Was wir daraus lernen können

  • Im Grunde ist die Bayerische Staatszeitung ein wichtiger Ausschreibungskanal für Behörden in Bayern. Interessiertes Personal der öffentlichen Verwaltung sucht hier nach Jobs. Also macht es Sinn, dort zu schalten.
  • Dafür bedarf es aber attraktiver, aussagekräftiger Anzeigen. Also definitiv keine Hinweisanzeigen! Auch nicht in Print!
  • Die Stellen online zu schalten, entspricht dem Suchverhalten der Bewerber. Auch hier ist man grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Aber nicht als PDF. Nie!

Die Bayerische Staatszeitung sollte also schnellsten ein modernes Stellenportal einführen. Übrigens gilt das auch für die Stellenbörse des Staatsanzeigers Baden-Württemberg. Da sind die Anzeigen zwar mit einer etwas besseren URL und nicht als PDF, aber als Bild einer PDF veröffentlicht. Ganz und gar nicht optimal.

Wenn Sie noch mehr zu diesem Thema erfahren möchten, sprechen Sie mich gerne an.

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