Positiv enttäuschte Stereotype – So geht Stellenanzeige im öffentlichen Dienst

Das der LaDaDi vieles richtig gut macht im Recruiting, habe ich hier schon geschrieben.

Auf der TalentPRO hat die verantwortliche Personalerin Bettina Mehner versprochen, den Weg zum Best Practice im Recruiting des öffentlichen Dienstes weiter zu gehen.

Mit dieser Stellenanzeige hat sie Wort gehalten.  Aber so was von!

Social Media Manager
Stellenanzeige Social Media Manager des LaDaDi

Nicht nur Social Media Manager, sondern agiler Allrounder

Der LaDaDi (Landkreis Darmstadt-Dieburg) stellt die leider immer noch typischen Stellenanzeigen im PDF-Format des öffentlichen Dienstes mal eben locker in den Schatten:

Gleich zu Beginn lässt der LaDaDi die übliche Selbstbeweihräucherung mit Superlativen für „Führend“, „Bester“, „Attraktiver“ weg und wird stattdessen mit ein wenig Selbstironie konkret: Agiler Allrounder in der Kommunikation eines Landkreises. Sympatischer Start.

Mehr als 5 Aufzählungen werden nicht wahrgenommen

Klar, kann man auch über 5 Zeilen Anforderungen beschreiben. Kann man aber auch lassen, denn Studien belegen, dass der Leser nicht mehr als 5 Aufzählungen wahr nimmt. Und wenn wir ehrlich sind, liest den oft 3seitigen Sums eh keiner richtig. Denn Jobinteressierte sind „Querleser“. Sonst würden Sie zu gar nichts mehr kommen, als sich durch die Flut der täglichen Jobangebote zu kämpfen. Schließlich ist Fachkräftemangel, oder? 

Wieder macht der LaDaDi in seiner Anzeige alles richtig und beschreibt kurz, knackig und präzise Aufgaben und Anforderungen.

Social Media Manager, Aufgaben und Anforderungen
Social Media Manager, Aufgaben und Anforderungen

Hufeisen-Service für Einhörner

Rechtschreibfehler gefunden?

Ja, der öffentliche Dienst kann auch Humor. Glaubt man nicht, ist aber so.

Social Media Manager mit Humor
Social Media Manager mit Humor

In meinen Employer Branding – Projekten rate ich meinen Kunden immer dazu, das Thema Personalmarketing mit Humor und einem gesunden Sarkasmus anzugehen. Wie man sieht, klappt das beim LaDaDi sehr gut:

  • Neben dem Hufeisen-Service gibt es als modernes Kommunikationsmittel ein Fax 😉 (Ja, das steht mit 100% Sicherheit da noch irgendwo rum).
  • Und der Kandidat wird leider, leider bezüglich der Stereotype gegenüber dem Arbeiten im öffentlichen Dienst enttäuscht werden.

Klasse gemacht!

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Mit offenen Karten spielen: Gehalt und Ansprechpartner

Was ich mir nicht schon alles anhören musste, wenn ich vorgeschlagen habe, die Kollegen im Team vorzustellen oder Ansprechpartner zu nennen:

  • „Das geht doch nicht!“
  • „Haben wir noch nie gemacht!“
  • „Die Bewerber sollen uns gefallen, nicht anders herum“.

Ja, Augenhöhe im Recruitingprozess ist im öffentlichen Dienst leider noch lange kein Standard. Aber im LaDaDi ist es eine Selbstverständlichkeit. Nicht nur das Gehalt wird konkret genannt, sondern das Team wird mit witzigen Comics präsentiert und der Ansprechpartner konkret genannt. Besser geht es fast nicht.

Social Media Manager mit Augenhöhe
Social Media Manager mit Augenhöhe

Wir bitten Dich…

Ist Euch aufgefallen, dass der LaDaDi in der Anzeige duzt? DAS ist keineswegs üblich im öffentlichen Dienst. Im Gegenteil: Das ist einzigartig.

Ich finde, das „Du“ passt gut zur Position und zum gesuchten Profil. Also wieder alles richtig gemacht.

Zu guter letzt bittet der LaDaDi um eine Bewerbung! So geht das, liebe Behörden!

Natürlich könnte ich hier und da auch an dieser Anzeige rummäkeln (z.B. das sie nicht 100% mobil lesbar ist. Und die URL ist gruselig,  was beides aber eher Interamt geschuldet ist).

Aber das ist schon meckern auf hohem Niveau. Denn diese Anzeige ist mit Abstand das Beste, was mir seit langem aus einer klassischen Behörde untergekommen ist.

Lob und Anerkennung!
Weiter so!

3 Antworten auf „Positiv enttäuschte Stereotype – So geht Stellenanzeige im öffentlichen Dienst“

  1. Endlich! Danke für den Mut neue Wege zu gehen und das etwas angestaubte Image hinter sich zu lassen. Es macht meiner Meinung nach richtig Lust, sich darauf zu bewerben! Arbeit ist ein großer und wichtiger Teil unseres Lebens, den wir mit Freude und Herzblut füllen sollten.
    Warum sollte man da nicht von Anfang an verdeutlichen, dass Humor ausdrücklich erwünscht ist? Und ganz nebenbei die Gesundheit am Arbeitsplatz fördert…
    Herzliche Grüße aus der Gesundheitsförderung 🙂

  2. Jaaaaa! Ein deutlicher Schimmer am Horizont, dass sich im „Konzern“ etwas bewegt. – Zwischen Mitarbeiterbefragungen zur Außenwirkung und den Beschwerden „von außen“, dass man sich nicht willkommen fühle. – Damit kein Missverständnis entsteht: Ich arbeite gerne hier und liebe meinen Job, aber meine Zeit „da draußen“ ist rund dreißig Jahre lang durch deutlich andere Marketing-, Kundenorientierungs- und Servicehaltungen geprägt.

    Hans Hold-Eisenbarth

  3. Vielen Dank für die Blumen (= Einhornfutter), die ich gerne an unseren Pressesprecher und unseren Verwaltungsleiter weitergebe, da sie für diese tolle Ausschreibung verantwortlich sind. :-)))

    Herzliche Grüße aus dem LaDaDi

    Bettina Mehner

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