Kooperation

Kooperation – Chance im Recruiting und Personal­marketing

Mit Blick auf Großkonzerne und namhafte Brands mit Ihren bunten Marketingkampagnen, Internetseiten, Messeständen und Events ist die Reaktion des Mittelstandes oft:

Personalmarketing?
Toll, aber zu teuer und aufwendig – das können wir uns nicht leisten.

Ohne Zweifel hat kaum ein Mittelständler die finanziellen Möglichkeiten, um mit den „Großen“ beim Personalmarketing mitzuhalten. Muss aber auch gar nicht sein und vor allem ist das keine Ausrede dafür, dass diese (vielleicht sogar deutlich attraktiveren) „Hidden Champions“ von den Zielgruppen oft nicht wahrgenommen werden.

Kooperation heißt Kräfte bündeln

Zum einen kann man auch mit kleinem Budget etwas Tolles veranstalten – so hat eine wertschätzende Führungs- und Unternehmenskultur oder das Kontakthalten zu interessierten Kandidaten nichts mit Geld zu tun. Auch kann man die Regionalität als Stärke ausspielen, wie Ina Ferber hier beschreibt. Zum anderen muss nicht jedes Unternehmen allein versuchen, dem Fachkräftemangel zu begegnen oder die Ausbildungsplätze zu besetzen.

„Gemeinsam sind wir stark.“ gilt auch beim Thema Recruiting. Im Mittelstand gibt es zahlreiche Organisationen und Verbände, unter deren Dach es sich gut kooperieren lässt – branchenspezifisch oder auch übergreifend.

Konkrete Ideen zur Umsetzung

Warum nicht auf die nächste Karriere-Messe gemeinsam mit anderen Firmen fahren? Wenn sich Unternehmen einer Branche und Region zusammentun und einen eigenen Stand auf die Beine stellen, zahlt jeder nur ein Bruchteil und wird trotzdem wahrgenommen.

Auch ist eine mobil lesbare Karriere-Homepage, kein (finanzielles) Hexenwerk, wenn die Kräfte gebündelt werden. Hier kann man sehr gut die Produkte, Dienstleistungen und Kunden erklären, die gesuchten Profile beschreiben um dann die beteiligten Unternehmen vorstellen.

Noch besser: Stellen Sie sich vor, dass Ihnen ein benachbartes Unternehmen einen Bewerber vorstellt, der als Zweitplatzierter dort im Auswahlprozess sehr gut abgeschnitten hat. Und Sie wiederum vermitteln den Partner des Mitarbeiters, den Sie gerade eingestellt haben – denn der sucht durch den Familien-Umzug in Ihre Region auch einen neuen Job. Wäre das nicht toll? Gibt es auch schon, z.B. unter www.cleverheads.eu und das Thema kann man auch in Eigenregie organisieren. Und warum nicht gemeinsam einen Recruiting-Profi finanzieren, der sich für alle Beteiligten Vollzeit um das Thema kümmert?

Im Übrigen: Ihre Gemeinde und auch die Landkreise haben den Auftrag zur Wirtschaftsförderung und dafür ein gewisses Budget. Und auch die Verwaltung sucht als „Hidden Champion“ geeignetes Personal! Fragen Sie dort doch einmal, ob man nicht kooperiert, gemeinsam Personalmarketing betreibt und die Kräfte bündelt. Auf deiner Messe besuchte ich einen Stand der Region „Tirol“. Auf diesem haben öffentliche Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam um Nachwuchs geworben haben. In Köln!

Fazit

Vieles von dem, was hier angesprochen wurde, ist leicht machbar. Konkurrenzdenken ist dabei fehl am Platz: Natürlich wird die Möglichkeit, dass einer Ihrer Mitarbeiter von einem kooperierenden Unternehmen abgeworben wird, größer. Aber ist der Kollege dann nicht unzufrieden und hat sowieso eine neue Perspektive gesucht?

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Die Frage ist daher nicht die nach finanziellen Mitteln, sondern, ob Sie es sich leisten können, auf die Chancen einer Kooperation zu verzichten.

Stefan Döring

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Yourfirm Mittelstandsblog

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